Auch wenn wir täglich mit der neuesten Hardware arbeiten und uns kein neues Gimmick entgehen lassen, ist es immer wieder erstaunlich, mit was für einer rasanten Geschwindigkeit sich die Technik-Landschaft am Arbeitsplatz und auch privat zuhause verändert. Augmented Reality (AR) ist eine dieser Technologien.

Was vor Jahren noch einen Schrank voll Festplatten benötigte, passt jetzt auf eine fingernagelgroße MicroSD-Karte. Immer mehr Geräte schrumpfen zu einem einzigen zusammen. So ersetzt mein Smartphone daheim inzwischen: Scanner, Fotoapparat, Fotoalben, Music-CDs, Stereoanlage, Lichtschalter, Stimmgerät für die Gitarre, Wasserwaage, meinen Desktop-PC und sogar einen Teil meiner Bücher.

Die Entwicklung wird an dieser Stelle nicht halt machen: Irgendwann werden wir vielleicht das Smartphone durch eine Brille ersetzten und unsere Fernseher und PC-Monitore durch virtuelle Projektionen. Die Technik, die einen solchen Schritt möglich machen würde, nennt sich Augmented Reality, also "Erweiterte Realität". In den letzten Jahren wurden in diesem Bereich große Fortschritte erzielt. So hat z.B. die HoloLens von Microsoft gezeigt, dass die Technik zur Raumerkennung, Videoprojektion und der Rechner selbst in eine auf dem Kopf mehr oder weniger tragbare Einrichtung passt.

Virtual Reality Apps - Augmented Reality
VR hautnah erleben. Fast so als würden die Stormtrooper neben einem Stehen

Worauf der Markt momentan wartet, dass die vielen Entwicklungen der letzte Jahren massentauglich werden. Bis die Technik in eine Brille passt, die man auch den ganzen Tag tragen kann, wird es noch ein paar Jahre dauern. Bis dahin wird man die verschiedenen Anwendungsszenarien und die Technologie auf dem Tablett oder Smartphone testen. Hier hat Google mit den Tango-Geräten eine sehr vielversprechende Lösung präsentiert, die sich aber eher an Unternehmer und Technik-Enthusiasten als an den Massenmarkt richtet. Viele warten daher seit Jahren darauf, wann Apple das Thema aufgreift und massentauglich macht.

Den ersten Schritt dazu hat Apple mit der Ankündigung von IOS-11 und dem AR-Kit getan. Diese werden im 3. Quartal 2017 ihren Weg auf die iPhones der Nutzer finden. Im Vorfeld gibt es bereits eine Entwickler-Version, mit der die ersten Anwendung entwickelt werden können. Im Gegensatz zu den professionellen aber sehr aufwendigen Lösungen von Google und Microsoft, setzt Apple auf sogenannte "Sensorfusion", das heißt, die bereits in den Geräten vorhandenen Sensoren werden zusammen mit dem Kamerabild verwendet, um Gegenstände in Echzeit auf das Kamerabild zu projizieren. Das ist zwar deutlich ungenauer als die Lösungen der Mitbewerber, funktioniert dafür aber trotzdem erstaunlich gut und vor allem ohne zusätzliche Hardware.

Wir haben ein paar Demos aus dem Netz für euch zusammengestellt, die zeigen, welche Möglichkeiten die noch frühe Versionen bereithält.

Tor in die virtuelle Welt

Der Entwickler Nedd, zeigt ein Portal zu einer anderen Welt. Der Betrachter kann mit seinem Smartphone durch das Tor schreiten und auch wieder zurück. Na? Wer baut mit uns die erste Zeitmaschine? 😛

Die Wohnung austatten

Einen richtigen Business-Case zeigt RoomCo Ar mit ihrer ARKit-Demo. Der Betrachter wählt verschiedene Möbelstücke aus dem Katalog aus und projiziert sie in sein Wohnzimmer.

Minigolf auf der Straße

Lust auf eine kurze Partie Minigolf im eigenen Garten? Die Demo von Triangle Factory zeigt, wie ein ganzer Minigolfkurs auf dem Firmenparkplatz realisiert werden kann. Im Video ist gut zu sehen, wie das IPhone den Boden und die umliegenden Häuserwände relativ verlässlich erkennen kann und der Ball an ihnen apprallt.

Mixed Reality mit HTC

In diesem Beispiel von NormalVR ahmt eine Zeichentrickfigur die Bewegungen nach, die der Nutzer unter der HTC-Vive macht. Das hat schon etwas von Telepräsenz wenn man sich vorstellt, dass sich der Nutzer an einem anderen Ort befinden könnte.

Gespannt verfolgen wir die weitere Entwicklung auf dem Markt. Täglich erscheinen neue Demos und Basteleien von kreativen Entwicklern. Auch wir haben einige Konzepte im Kopf die wir in nächster Zeit umsetzen wollen.

Idee im Kopf? Lass Sie uns sprechen!

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